DAS BOOT

Aktuelle Vermessungsbestimmungen der Klassenorganisation unter Z-Yardstick/Vermessung

Bauvorschriften und Vermessungsbestimmungen
der Rennjollen-Klasse 20 qm
des Deutschen Segler-Verbandes

- Gültig ab 1. Juli 1937 -

Allgemeines

  1. Bauart des Rumpfes

Die Jolle muss auf Kiel und Steven gebaut sein. Der Vorsteven muss auf den Kiel auflaufen oder durch Eichenknie mit ihm verbunden sein. Ein Spiegel vorn ist verboten. Der Spiegel muss sich auf den Kiel aufsetzen und muss mit ihm durch ein Knie verbunden werden.

Der Einbau mechanischer Bremsen ist verboten. Ausleger aller Art, auch als Holepunkte, sind verboten. Das Boot   m u s s   eine Schwertjolle sein.

Ausleger-, Doppelboote und ähnliche Konstruktionen sind verboten. Der Bau von Scharpies ist erlaubt.

Nach vollständiger Vermessung ist das vom Deutschen Segler-Verband dem Boot zugeteilte Unterscheidungszeichen von der Bauwerft in ca. 5 cm großen Buchstaben hinter dem Schwertkasten auf der oberen Seite des Kiels einzubrennen oder einzuschneiden.

  1. Schwert und Ruder

Ballast-, Doppel- und Kimm-Schwerter und -Ruder sind verboten.

  1. Luftkästen

Die Jolle muss unsinkbar sein. Für die tatsächlich vorhandene Unsinkbarkeit trägt bei Ablieferung der Erbauer und später der Eigner die Verantwortung.

Die Jolle muss mindestens zwei Luftkästen, an jeder Bordseite oder vorn und hinten je einen, mit einem Gesamtinhalt besitzen, wir für die Klasse festgesetzt ist.

Die Luftkästen müssen unter Deck sorgfältig befestigt und so angeordnet sein, dass die vollgeschlagene Jolle annähernd gleichlastig schwimmt. Die Luftkästen müssen aus rostgeschütztem Stahl bzw. korrosionsfestem Metallblech gefertigt sein.

  1. Bauart der Masten und Spieren

In der Klasse sind hohle und gebaute Masten und Spieren erlaubt. Bambusspieren sind verboten. Fußrahen und Fußbäume für Vorsegel dürfen nicht länger sein als der vermessene Spinnakerbaum. Sie dürfen auch das Vorsegel nicht weiter querschiffs ausspreizen, als der Länge des Spinnakerbaumes entspricht.

Die Masten und Spieren müssen mit schwarzen Vermessungsmarken versehen sein, wie es auf dem Vermessungsschein angegeben ist. Die Vermessungsmarken am Mast, die im Abstand der Länge des Mastkiels (Maß M) anzubringen sind, brauchen nicht in der Höhe der normalen Segelstellung angebracht zu sein, sie dürfen über den zum Schutze des Mastes im Bereich der Großbaum- und der Gaffelklau vorhandenen Blechbeschlägen angeordnet werden. Das Segel muss sich jedoch zwischen die Marken heißen lassen. Die Anbringung des Messmarken ist Sache der Werft bzw. des Eigners der Yacht. Die Marken müssen zur Vermessung angebracht sein, der Vermesser hat nur ihre Lage zu prüfen. Für die Rennjolle sind drehbare Masten und ähnliche Vorrichtungen erlaubt. Es dürfen keine Einrichtungen eingebaut werden, um den Hals der Vorsegel aus der Mittelschiffsebene seitlich zu verschieben.

  1. Besegelung

Alle in Wettfahrten benutzten Segel außer den Vorsegeln müssen im Halshorn mit einem Stempel und einer Nummer des Vermessers versehen werden. Falls mehrere Großsegel im Klassenschein eingetragen sind, müssen die Maße für Gaffelsegel von Innenkante Gaffelklau bis zur Vorderkante des Messbandes an der Gaffelnock, und von Hinterkante Mast bis zur Vorderkante der Messmarke an der Großbaumnock, und bei Hochsegeln von Oberkante Großbaum bis Unterkante der Messmarke am Masttop bzw. bis Mitte Fallscheibe für alle vermessenen Großsegel gleich sein.

Die Takelungshöhe ist der senkrechte Abstand des höchsten Segelvermessungspunktes über Oberkante Schandeck an der Bordwand gemessen.

Die Fläche des Vorsegeldreiecks wird für die Vermessung voll in Rechnung gestellt. Das Vorsegeldreieck wird berechnet aus der Höhe I mal der Basis J, dividiert durch 2, oder (I * J)/2.

Die Höhe I wird gemessen an Vorderkante Mast von Oberkante Deck bis zum Schnittpunkt der Verlängerung des Vorsegelvorlieks mit Vorderkante Mast bzw. wenn eine Vorsegelstagspiere gefahren wird, bis zum Schnittpunkt der Verlängerung von Achterkante Spiere bis Vorderkante Mast.

Wenn die Vorsegelfallscheibe mit ihrer Außenkante nicht mehr als 40 mm von Vorderkante Mast entfernt ist, wird das Maß I nach oben bis Mitte Fallscheibe gemessen.

Die Basis J wird gemessen von der Vorderkante des Mastes an Oberkante Deck bis zum Schnittpunkt des Vorsegelvorlieks bzw. Achterkante der Vorsegelstagspiere mit Oberkante Deck.

Der Spinnakerbaum darf die um den halben Mastdurchmesser im Deck verminderte Länge des Maßes J haben.

Zur Berechnung von Gaffelsegeln wird ihre Fläche durch die Diagonale D in zwei Dreiecke zerlegt und berechnet aus (A * C)/2 + (D * E)/2 wenn das Großsegel nicht mehr als vier kurze Latten aufweist, die das Achterliek in fünf möglichst gleiche Teile teilen müssen. Die Achterlieksrundung wird also in diesem Falle nicht mit vermessen. Die Länge der obersten und untersten Latte darf 0,15 √S, die der mittleren Latten 0,25 √S nicht überschreiten, wobei S die vermessene Fläche des Großsegels in qm ist. Bei Segeln mit durchgehenden, oder mit mehr als vier Latten oder mit Latten, die die vorgeschriebene Höchstlänge überschreiten, wird die Fläche der Achterlieksrundung mit A * 2/3 * Pa ermittelt und hinzugerechnet. Ebenso wird bei gebogenen Gaffeln die durch die Rundung der Gaffel gewonnene Fläche mit G * 2/3 * Pg ermittelt und hinzugerechnet.

Die Berechnung der Fläche von Hochsegeln mit den vorgeschriebenen kurzen Latten erfolgt durch Multiplikation der Segelhöhe, gemessen am Mast M mit der Baumlänge B, dividiert durch 2, oder (M * B)/2. Bei der Berechnung von Hochsegeln mit durchgehenden oder mit mehr als vier Latten oder mit Latten, die die vorgeschriebene Höchstlänge überschreiten, wird die Fläche des Großsegels als Produkt aus der Achterliekslänge A mit ihrer Senkrechten durch das Halshorn (Maß D) ermittelt und durch 2 dividiert oder (A * D)/2. Die Achterlieksrundung wird in diesem Fall in Rechnung gestellt und ihre Fläche ermittelt als Produkt aus 2/3 der Bogenhöhe (Maß Pa) und der Achterliekslänge (Maß A) zu 2/3 *Pa * A.

Keine Abmessung der Kopfhölzer für Dreikantsegel darf 5 % der Baumlänge bzw. der Unterliekslänge überschreiten. Die Abmessungen der Kopfhölzer für Spinnaker dürfen 10 %.

Hochsegel werden stets in gesetztem Zustand an Land, Gaffelsegel an Land ausgebreitet vermessen. Gaffelsegel mit kurzen Latten dürfen in Ausnahmefällen an Bord in gesetztem Zustand mit durchgehenden Latten vermessen werden, wenn ein geeigneter Raum zum Ausbreiten nicht zur Verfügung steht. Gaffelsegel müssen an Land ausgebreitet werden. Die Segel sind an den Spieren in trockenem Zustand mit ordnungsgemäß eingebundenen Segellatten zu vermessen.

  1. Ballast

Außen- und Innen-Ballast in jeder Form ist verboten.

  1. Besatzung

Die Höchstzahl der Besatzung, wie sie in den Bauvorschriften angegeben sind, dürfen durch die Ausschreibungen nicht verringert werden. Es ist der Beurteilung des Eigners zu überlassen, ob er je nach Wetterlage die 20 qm-Rennjolle nur mit 2 Mann Besatzung segeln will.

Bezahlte Leute unter der Besatzung sind verboten.

  1. Ausrüstung der Jolle

Die Jolle muss bei Wettfahrten einen Rettungsring oder ein gleichwertiges Rettungsgerät klar zum Gebrauch an Deck oder im Sitzraum haben. Außerdem muss ein Riemen oder ein Paddel und ein Lenzgerät an Bord sein. Anker und Ankertrosse werden nicht verlangt.

 

Sondervorschriften der 20 qm Rennjolle

 

  1. Allgemeines

Die 20 qm Rennjolle muss den Vorschriften der nachstehenden Tabelle entsprechen.

  1. Bauvorschriften

Die Deckplanken können um 1 mm dünner sein, als der Tabelle entspricht, wenn das Deck mit Leinwand oder Segeltuch überzogen wird.

Eine allmähliche Verjüngung des Kiels nach achtern auf 2/3 des Querschnitts, nach vorn in der Breite bis auf Stevendicke ist gestattet.

  1. Besegelung

Die Verteilung der Fläche auf die einzelnen Segel und deren Anordnung ist unbeschränkt.

Die Fläche des Vorsegeldreiecks wird voll in Rechnung gestellt.

Klasse Z-Jolle 20 qm
Vermessene Segelfläche höchstens 20 qm
Außenhaut, Dicke mindestens 10 mm
Deckplanken, Dicke mindestens 10 mm
Spantentfernung von Mitte bis Mitte höchstens das Zehnfache der Plankendicke
Eingebogene Spanten mindestens 12 * 18 mm
Kiel, Dicke mittschiffs mindestens 35 mm
Kiel, Breite mittschiffs mindestens 140 mm
Balkweger, Dicke mittschiffs mindestens 25 mm
Balkweger, Breite mittschiffs mindestens 60 mm
Luftkasteninhalt mindestens 100 l
Erlaubte Besatzung höchstens 3